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Warum ich für 850 km 26 Stunden einplane und die Rückreise 3 Tage dauert

4. April 2017

Burgherrin on Tour

– warum ich direkt nach den tollen 2 Tagen in Hamburg bei der  Bloggeratwork Konferenz (statt zu liegen und den Blogpost zu schreiben, folgt noch) wieder unterwegs bin und warum ich viel Zeitpuffer auf dem Weg einbaue?

Nicht nur weil ich mir so eine Strecke, seit meinem Unfall noch nie allein zugetraut habe. Auch nicht weil ich ja immer reichlich Pausen zum liegen benötige, sondern weil auf so einer Strecke immer besondere Orte liegen. Orte,

alte Burgmauern, alte Stadtmauern. Immer ein Grund zum anhalten

alte Burgen und Schlösser die man einfach mal anschauen möchte. Oder Orte in der Nähe, in denen besondere Menschen wohnen.

Guten Morgen und einen wundervollen Wochenstart wünsche ich Euch.

Bevor ich heut Nachmittag wieder in die Folterkammer meines Vertrauens muss, wollte ich Euch kurz von  meiner kleinen Vorher-nochmal-positive-Energie-Einsammel-Rundreise erzählen.

Wels, Österreich

Mittwoch um 9:00 h musste ich in Wels sein, deswegen bin ich Dienstag um 07:00 h losgefahren. Dort durfte ich an einem 2-Tages Kurs bei der zauberhaften Maggie Austin teilnehmen. Für so eine besondere Künstlerin aus den USA, fährt frau auch schon mal knapp 900 km nach Österreich. Und jeder einzelne Kilometer hat sich gelohnt!!!!

Es war eine Ehre in dieser wundervollen Gruppe bei Zuckerwelt & Kuchenwelt in Wels dabei sein zu dürfen. Nicht nur das es unheimlich viel Spaß gemacht hat, ich unfassbar erholsame Nächte hinter alten Klostermauern schlief, ich bin auch so voller Glücksgefühl über mein Ergebnis abgereist. (Mehr zu dem Kurs und auch zu dem phantastischem Buch von Maggie Austin demnächst auf dem Blog).

 

Waging am See & Chiemsee

Das Törtchen im Fußraum vor dem Beifahrersitz machte ich mich Donnerstagabend auf die Weiterreise. Geplant hatte ich einen kleinen Zwischenstopp auf ein Käffchen bei Carins Cake Corner.
Das Karin und ihr Gatte mich mit einer Flasche Champagner und einem Gästebett überredeten, meine Weiterfahrt zu verzögern, führte dazu, dass Karin und ich bis morgens um 02:00 h quatschen konnten. Obwohl wir Beide zwar früh aufstehende, aber dennoch grummelige, Morgenmuffel sind und sagten: „morgens nur Kaffee und NICHT sprechen“ , quasselten wir direkt ab 06:00 h weiter.

Da mein angedachten Zeitplan (Frühstück am Freitag in Pforzheim) eh durcheinander war, tuckerte ich irgendwann gemütlich los und genoss die Aussicht. Links die schneebedeckten Alpen, runderherum wunderbares Sonnenlicht, postkartenblauer Himmel und immer wieder Wald. Das Licht war so phantastisch das ich direkt von der Autobahn runter fahren musste! Vier Waldwege später hatte ich dann den / meinen richtigen Ort.

Moosbewachsene Bäume und Baumstümpfe- Feenwald Feeling. Das war die perfekte Kulisse – für mein Törtchen. Wer mich kennt, weiß das es für mich nicht so einfach ist, mal eben ein Törtchen zu transportieren bzw. ein-oder auszuladen. Durch einen Wald zu laufen ist unmöglich…

Dennoch habe ich die perfekten Baumstümpfe in erreichbarer Nähe gefunden (und war wohl so voller Glückshormone) das ich an 3 wunderbaren Stellen, Törtchen raus aus dem Auto, ran an die Bäume, Foto machen, Törtchen rein ins Auto usw spielen konnte . Das Lichtspiel hat mich so fasziniert und beflügelt, das ich über mich hinausgewachsen bin und anschließend glücklich weiterfuhr.

Fairytale Cake, mein Ergebniss aus dem Kurs von Maggie Austin

Kurz danach sah ich das „Meer“ der Berge. Immer noch links die schneebedeckten Alpen und rechter Hand, der Chiemsee. Ein guter Ort für eine Pause.

Chiemsee, das Meer in den Bergen

über Viernheim nach Pforzheim

Mit weiteren sonnendurchfluteten Glücksmomenten im Gepäck konnte ich direkt durchfahren, bis zur 13:00 h Mittagspause bei Torten Art in Viernheim. Jan-Michael SugarArt gab einen Basiskurs und ich kam 20 Minuten zu spät an. Aber glücklicherweise hatten seine Mädels auch Zeitverzug und somit noch nicht mit der Pause begonnen. Statt nur kurz eine Kaffee- und Umarmungspause, wurde ich direkt mit frischen Leckereien verwöhnt und blieb etwas länger als 5 Minuten.

Jan-Michael Sugar Art mit seinen Kursmädels

Als die Mädels dann wieder ran an ihre Törtchendeko mussten, bin ich wieder auf die Autobahn. Nächster Halt Pforzheim.

Im Atelier von Drachenfels Design waren alle fleißig mit der neuesten Kollektion beschäftigt und ich durfte sie nicht nur auf Bildern, sondern live sehen und anfassen 💗😍💗😍. Ein weiterer Glücksmoment!

Hatte ich schon erwähnt, das ich während meiner Reise nur super Sonnenschein und Frühlingswetter hatte? Eingestellt war ich noch auf Winter. Dementsprechend war meine Kleidung (inkl. der dicken Stiefel) sehr warm und kuschelig. In Pforzheim waren 26 C Sommerwetter!!!!!

Bewusst wurde mir das, als ich dann im Drachenfels Atelier die Schublade mit den unfertigen Schmückern sah, die noch zum galvanisieren und zum emaillieren müssen.

Selbst das Infernoherz war nackig, nur ich zu warm gekleidet. Das führte dazu das ich mein Infernoherz vom Hals nahm und dieses Foto entstand.

flammendes Inferno von Drachenfels Design
Links: nackig noch ohne Brandlack. rechts: meins 💗

Für alle die immer wieder nachfragen: jedes Infernoherz ist so gearbeitet. Es ist nicht anders als meins, nur noch nackig, nicht fertig.
Dieser Hammerschlag ist bei jedem Inferno, und jedes ist einzigartig, da hier im Atelier immer noch echte Handarbeit stattfindet. Das Herz ist aus massivem Silber, kann in gold, Roségold plattiert oder Vintage geschwärzt und poliert werden. Erst wenn das perfekt ist, kommt der rote Brandlack darüber. Und wer es genau betrachtet, sieht den Hammerschlag unter dem rotem Lack. Das hatte mich damals so fasziniert, als ich meins kaufte.

Es jetzt so „nackig“ zu sehen und von den vielen Arbeitsschritten zu hören, ein weitere wertvoller Glücksmoment. Wie jeder Besuch im Atelier. Es ist etwas ganz besonderes so hinter die Kulissen gucken zu dürfen. Wer das auch mal möchte: im November ist wieder Tag des offenen Atelier ( so war es im letzten Jahr, Anmeldung dringend erforderlich).

Nach einem wundervollem Abend, einer erholsamen Nacht, einem laaaaangem Frühstück bei Familie von Drachenfels, wurde mir noch eine Portion Bärlauch gepflückt und gegen Mittag machte ich mich auf von Pforzheim in Richtung Trier.

Trier, die älteste Stadt Deutschlands

Sabine von Mafaldas Cake Desiree hatte zum Geburtstag geladen. So sehr ich mich auf Sabine, ihren Oli und meine Mrs. Dorrie freute, hatte ich dennoch etwas Sorge, das ich in roseeee dort in der schwarzen Wave-Gothic-Szene unangenehm auffalle. . . . Kurzerhand kaufte ich mir schnell was kleines Schwarzes.

Gegen Nachmittag traf ich ein, wollte schnell nur Hallo sagen und mich dann bis zum Abend hinlegen (und vor der Party noch umziehen). Sabine stand noch unter der Dusche und ich wurde auf’s herzlichste von ihrem Freundeskreis begrüßt. Kurz: ich hatte später nur eine 1/2 Stunde zum liegen und blieb in Rosé gekleidet!

Was für eine Party, allerfeinstes Food hatte Sabine gekocht,

Blackforest Cupcakes by Mafalda’s cake Desiree

Sweet Candy Table by Mafalda’s cake diserree

leckerste Törtchen gezaubert, feine Getränke aber das allerbeste – nur tolle Menschen um sich versammelt. Alles Herzmenschen. Selten habe ich mich, in mir fremden Kreisen, so wohl und normal gefühlt wie hier. Frech, lustig, lieb, charmant, echt & ehrlich!

Als ich mich dann in mein Bett zurückziehen wollte, wurde das verweigert. Seit Ihr schon mal von einem, bis dahin fremden, Mann in sein Schloß eingeladen worden? Also mir passierte das zum ersten Mal!

„Schätzelein, ich will nicht das Du im Auto schläfst!“ Meine Gegenargumente, das das Auto extra für mich mit Bett umgerüstet sei, über eine Standheizung verfügt, wurden weg diskutiert und zu viert brachte man mich in sein Schlößchen. Eine ganz Etage für mich allein! Ein Wohnzimmer, einen Salon, ein Bad und ein Prinzessinnen Schlafgemach nur für mich.

Königliche Übernachtung

Die Vier setzten mich ab, versorgten mich mit allem nötigem – und fuhren zurück zur Party. Allein, ich war allein mit wunderschönen antiken Möbeln, kostbarem Meißner Porzellan , Mingvasen usw. Was für ein Vertrauen! Unfassbar. Ich habe wunderbar geschlafen 💗. DICKES DANKE schön, Du wunderbarer Mensch.

Blick vom fürstlichen Salon zum Schlafgemach

Kurz hab ich überlegt M. zu adoptieren und einfach hier einzuziehen . . . . Allerdings rief mich meine Mrs. Dorrie um 07:00 h an, Kaffee sei fertig, sie könne nicht schlafen. Voller Energie frühstückte ich mit Ruth und dem Feuerkünstler, der noch gar nicht geschlafen hatte und verabschiedete mich 3 Stunden später von all diesen wunderbaren Menschen.

Einer meiner Burgbuben war vor ein paar Wochen auf Klassenfahrt in Trier und kam zurück mit der Anweisung: „Mama, der Kölner Dom hat uns schon fasziniert, aber Du musst unbedingt den in Trier angucken, der wird Dich begeistern. Das ist noch schöner.“ Tja, wenn ein pubertärer Teenager das sagt, musste ich natürlich dorthin. Er hatte ja nichtmal Fotos mitgebracht. Und ja, es war bewegend. So sehr, das ich kaum Fotos machen wollte, sondern die Eindrücke einfach nur verinnerlicht habe.

Sonne Dom Trier

im Dom

Trier hat auch rosa Häuschen

Heimfahrt über Köln

Nachdem ich noch ein paar hübsche Ecken in Trier genossen hatte, gings es dann Richtung Heimat auf die Autobahn. Das erste blaue Hinweisschild zeigte mir „Köln 202 km“ an. Spontan rief ich bei Steffi Tortentanz an, ob sie mein Kaffeepäuschen mit mir verbringen wollte. Sie wollte und und ich programmierte mein Navi um. Nur 167 km später saß ich bei Familie Tortentanz im Garten,

Wenn Die Burgherrin kommt, wir bei Tortentanz schnell in rose dekoriert 😍

genoss Sonne und sammelte die letzten Glücksmomente dieser Tour ein.

Warum ich diese 2.386 km gefahren bin?

Obwohl es furchtbar anstrengend, schmerzhaft ist und obwohl ich weiß, dass ich sogar nach nur 2 Tagen auf Tour anschließend immer 1-3 Wochen liegen muss?

Wegen jedem einzelnem positiven Moment. Jeder glücklich machenden Minute!

All diese Glücksmomente, die ich eingesammelt habe, werde ich mir immer und immer wieder hervorholen, wenn die nächsten Wochen furchtbar, schmerzhaft, negativ werden. Immer dann wenn ich kurz vorm verzweifeln sein werde, aufgeben möchte (ja, auch ich habe diese Phasen), werde ich mich an all diese Begegnungen, an die Lichtmomente, an das gute Gefühl im Bauch erinnern. Mich selbst motivieren durch zuhalten, die Quengelschiene zu ertragen, um irgendwann wieder unterwegs sein zu können.

Egal wie schlecht es Euch grad geht, egal was für eine schwierige Phase grad bevorsteht, guckt nach Euren Lieblingsmomenten. Holt sie aus dem Erinnerungsköfferchen!

Mir macht es in solchen Phasen, wenn es mal wieder ganz schlimm ist, ich mich gar nicht bewegen kann, wenn wie jetzt schon absehbar ist, das es sehr sehr schmerzen wird, das Leben leichter. Die Erinnerung an das positive macht Mut, die negative Zeit zu überstehen und vielleicht auch schneller zu bewältigen.

Mutig in die Folterkammer

All diese Glücksmomente haben mich gestern völlig euphorisch, mit nur wenig Angst, zum Rehatechniker fahren lassen. Die Anprobe der neuen Quengelschiene war schmerzhaft ja, aber gar nicht soooo schlimm wie erwartet. Etwas übermütig, dachte ich kurz sogar, wir könnten den Winkel noch verstärken. Gott sei dank hat mir der OrthopädeMeister das verweigert, denn nach dem ausziehen war es schon….. hmmm „anders“. Ein paar Feinarbeiten werden noch erledigt und ich hab dadurch nun Schonfrist bis heut Nachmittag. Und die Zeit dieses Posting für Euch zu schreiben.

Damit verabschiede ich mich dann für einige Zeit in meinem Burgkeller zum heimlich-vor-mich-hin-jammern. Einige Blogpost’s habe ich vorbereitet und wenn der Erstgeborene Zeit findet, wird er die Bilder einarbeiten und die Artikel bzw. Rezepte veröffentlichen.

Wünsche Euch eine wundervolle fröhliche, glückliche Frühlingszeit und schicke Euch
sonnige Grüße
Eure Burgherrin (die jetzt in die Folterkammer ihres Vertrauens fährt)