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Die seltsamen Wege zur Rezeptenstehung — Nusstorte Burgherrins Art

14. März 2018

Manchmal überfallen mich die Ideen zu einem Törtchen auf seltsamen Wegen

oder:

Hilfe, ich bin ein Verpackungsopfer

Die Idee zu diesem Törtchen entstand spontan, als ich auf Instagram eine Flasche sah.

Eine Schnapsflasche.

Ehrlich! Naja, es war nicht irgendeine Schnapsflasche, es war schon eine schöne Flasche….. nämlich eine von Burgen Drinks. (Tja, und das ich es mit Burgen, alten Mauern usw. habe, ist ja nun nicht unbekannt).

Aber die heißen nicht nur Burgendrinks sondern auf dieser dunklen Flasche war auch noch ein Schriftzug in „meinem“ Roségold! Also quasi Schnaps im Burgherrins Style.

So schnell wie das Schnapsfläschchen im Warenkorb war, fällt kein Ritter vom Pferd.

Wobei, ich muss mich wohl entschuldigen, inzwischen hab ich mal nachgelesen, bei Burgen Drinks handelt es sich nicht um profanen Schnaps! Sondern um feinste Brände, aus einer seeehr alten Destillerie von Anno 1585
–––––> nachzulesen hier:

Via Postkutsche kam, das gut gesicherte Päckchen schon 2 Tage später hier unversehrt an. Zeitlich perfekt passend, da ich doch am Wochenende zur Baustellenbesichtigung eingeladen war.

Einer meiner liebsten Lieblingsmenschen hat ihren Lieblingsmenschen gefunden. Gemeinsam verkündeten die Beiden bereits Ende letzten Jahres, ein altes Haus kaufen zu wollen.

Ein altes Haus?

Mein kleiner Lieblingsmensch und ein altes Haus????

Hallo? Das war mein Traum!

Ein altes Gemäuer, von innen wieder neu herzurichten und die alten Mauern außen zu belassen. Mein Traum einer Burgruine wurde seinerzeit aber sowas von abgetan: „um gottes will, bloß kein altes Haus“, „Teurer als Neubau“, „wie willst Du das denn schaffen“ „So ein Projekt ist und bleibt eine ewige Baustelle“ waren nur einige der Gegenargumente, dieser (das Moderne, Klassische , Unverschnörkelte, Ordentliche, Aufgeräumte liebenden ) Person.

Tja, ich gebe zu: auch ich war mehr als Skeptisch! Und hätte drölfundneunzig Gegenargumente
{habt Ihr Euch das gut überlegt? Wie könnt Ihr jetzt schon wissen, das Ihr hier für immer bleiben wollt? Ihr seit zu Jung, noch nicht lang genug zusammen oder was von finanziellem Risiko ect.pp.} bringen können. Hab ich aber NICHT! Kein Wort.

Hab sie machen lassen. Zwischenzeitlich von meinen Agenten erfahren, das die Baustelle gestartet ist, tolle Freunde fleißig mithelfen, Wände einzu- und alte Badezimmer rausreißen. Langsam wurde es also Zeit mir das ganze mal selbst anzusehen ….

Brot und Salz

gibt’s erst zum Einzug, aber mit leeren Händen komme ich natürlich nicht zur Baustellenbesichtigung. Da der Lieblingsmensch neben Himbeeren und Schokolade auch eine Vorliebe für Nüsse hat, entstand beim Anblick der Burgen Drinks Nussler Flasche natürlich direkt die Idee zur:

Nusstorte Burgherrins Art

Die Grundplatte und die Etagen wurden aus Schokoladen Nussböden gebaut, welche nach dem Abkühlen mit Nussler lasiert wurden. Die Innen – Isolierung wurde aus leicht alkoholisierter Buttercreme gespritzt, Inneneinrichtung und Stützen aus Himbeeren und Caramel Crunch. Die Außenwände wurden klassisch, wie früher mit Erde, Lehm & Kalk, verputzt. Kleine Burgzinnen später aus Buttercreme gespritzt und mit frischen Haselnüssen und Himbeeren verziert.

Die Ruine, Entschuldigung: die Baustellentorte brachte ich dann gut gekühlt, am Samstag in die uralte Stadt, mit. Nach einem Kaffeepäuschen in der supermodernen Wohnung der Beiden Bauherren fuhren wir, bei sonnigem Wetter durch Wald und Wiesen und bogen irgendwann in eine kleine Straße ein. Lauter hübsche alte Häuser. Und dann sah ich die  Container.

Eine Kaffeemühle

Bauschuttcontainer vor  einem altem Kaufmannshaus. Eine echte Kaffeemühle, so wird diese Art der Häuser genannt, die zwischen ca. 1870 und 1900 entstanden sind.

Ok, dieser Kaffeemühle fehlten Fenster, da guckte nämlich die Schuttrutsche heraus, im Vorgarten standen Container voll mit altem Gestein und im Garten selbst lagen neben Holzbalken auch Berge von alten Heizkörpern, Rohren, Badewannen usw.

Aber ich hatte schon das erste (heimliche) Grinsen im Gesicht.  Kaffeemühle  mit Anbau, wie schön.

Innen drin, war nix mehr. Also nicht mehr viel. . . ja, Ständerwerke zum Stützen der Decken, da die meisten Wände inzwischen im Container lagen, der Kamin blieb noch erhalten und ein paar Fenster stützen noch die Reste der Küchenwand, die bald eine große Glasfront zur zukünftigen Terrasse bekommen wird. Alles andere ist ein großer, leerer, loftartiger großer Rohbauraum.

Aber ich sehe es schon fertig vor mir. Wie das Sofa der Beiden vor dem Kamin steht, sehe den Esstisch, den Blick auf die Küche, in den Garten, wo jetzt schon die Krokusse unter alten Haselnuss Bäumen blühen.

 

Hoffe das sie die uralte Holztreppe in das Obergeschoss erhalten und find es einfach nur toll.

Ganz toll, wie die Beiden das angehen. Wie strukturiert, geplant, kalkuliert und mit welcher Harmonie, sie die Wünsche des jeweils Anderen akzeptieren und gemeinsam Kompromisse finden.

Im Obergeschoss ist schon zu sehen, wie aus zwei Räumen, Einer wird. Wie gut das passt. Genau so gut passen die Beiden zusammen. Und genauso gut, passen die Beiden in dieses Haus. Es ist ihr Haus!

Hatte ich noch gehofft, uralte Tapetenreste oder gar Zeitungen an den Wänden zu finden (wie in solchen Altbauten üblich, wurde ich überrascht. Es gab nur max. zwei Schichten Tapetenreste an allen Wänden. Ein sehr gepflegtes Haus. Der Vorbesitzer, ein überaus charmanter, älterer Herr, hatte immer gern und leidenschaftlich renoviert. Erzählte er uns beim späteren Plausch im Garten. Auch zur langen Geschichte, er wohnte schon von Kindesbeinen an dort, erzählte er die eine oder andere Anekdote.

Im Obergeschoss sind zwar auch schon fast alle Tapeten entfernt, doch hier drunter befinden sich noch richtig alte Handwerksarbeiten. Bevor diese verspachtelt, tapeziert oder gemauert werden, nutzte ich die Chance, schnell ein paar Bilder zu machen. Und hatte sofort eine kreative Idee. Wenn alles so klappt, wie in meinem Kopf schon fertig, erzähle ich demnächst davon und bastle evt. auch ein DIY Tutorial dazu…..

 

Ein weiterer kreativer Blitz schoss mir beim verlassen der Ruine (also ich meine natürlich des Hauses) durch den Kopf und ich erbat mir etwas von dem „Bauschutt“ aus dem Container. Ein paar der wunderbaren alten Ziegel landeten später in meinem Kofferraum. Ich hätte glatt auch noch einen der alten Küchendeckenbalken mit genommen, aber dafür haben die Beiden jetzt doch noch Verwendung gefunden. Das wird sooooo schön!

 

Noch hoffe ich allerdings nur, das die alte Kaminabdeckung nicht wieder eingebaut wird. Die passt überhaupt gar nicht zu diesen jungen, modernen Menschen. So überhaupt gar nicht passt das Ding da rein!!! Die würde viel besser zu mir passen , denn auch dafür hätte ich sofort eine Idee 😉 .

So so schön. Ein sicheres Heim, eine wundervolle Burg, bauen die Zwei sich dort. Der Wassergraben plätschert schon drumherum und der erste schwarze Rabe baut sich sein Nest auf dem Dach. Ich habe ein gutes Gefühl. Ein sehr gutes! Für die Beiden und ihre Burg.

Und wenn sich ein Lieblingsmensch den Traum erfüllt, den die alte Frau schon lange träumt, dann ist das ja fast so, als wenn sich mein Traum erfüllt hätte. Ich hätte alles genau so gemacht wie Ihr Zwei. Genau so! Ok, mit einer Ausnahme: ich würde mir eine freistehende Badewanne in das große Schlafzimmer bauen lassen und auf die Dusche verzichten. Aber das wäre auch das einzige was in meinem Traum anders wäre.

 

Herzliche Grüße
von einer beruhigten Burgherrin

{die sich nun einfach freut, irgendwann mal zu Besuch auf der zukünftigen Terrasse der Kaffeemühle zu sitzen und feinen Espresso genießen oder irgendwann die zukünftigen Enkelkinder betreuen zu dürfen }

 

Jetzt hab ich vor lauter Schwärmerei glatt vergessen, Rezepte zur Nusstorte zu tippen. Braucht das jemand? Soll ich das noch schnell schreiben ?

 

update:

Rezept jetzt hier 

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2 Comments

  • Reply Petra 16. März 2018 at 11:11

    Ich bin mal wieder hin und weg. Danke Dir

    • Reply Sonja 16. März 2018 at 14:37

      Danke Dir,
      für Deine Worte liebe Petra ?

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