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Holunderblütensirup Rezepte und ein Blick zu den Gartenelfen

7. Juni 2018

Holunderblütensirup

allerlei Wissenswertes und Rezepte … 

Wusstet Ihr, das unter dem Hollerstrauch die Elfen wohnen? 

Deswegen darf man auch im Frühjahr nicht einfach alle Dolden abrupfen, sondern sollte genug stehen lassen, das sich im Herbst auch die Früchte ausbilden können. In meinem Zaubergarten stehen 2 Holunderpflanzen. Die klassische Weiße hatte letztes  Jahr schon sehr viele tolle  und die kleine Rosafarbene hatte fünf Dolden. Die rosa Dolden dürfen alle wachsen und von meinen Elfen vernascht werden, ich erfreute mich ja schon an dem hübschen rosa Anblick. 

 

Schon die Römer, Griechen und Germanen glaubten an die Heilkraft des Holunder,  es galt als ein gutes Zeichen, ihn nah am Zuhause zu pflanzen. Wer in der Mittsommernacht unter einem Hollerbusch sitzt,  der sieht um Mitternacht den Elfenkönig mit all seinem Gefolge, erzählt man sich in Dänemark.

Kaum einer anderen Pflanze kommt so viel Achtung und Respekt in der Mythologie zu. So wird dem Holunder eine starke Beziehung zur Welt der Elfen und Naturwesen nachgesagt. Sogar bei Harry Potter treffen wir auf ihn, in Form des mächtigen Elderstabes – denn hinter Elder verbirgt sich das englische Wort für Holunder. Und er ist wahrlich zauberhaft in seinem Blütenkleid als auch mit dunklen Beeren behangen. Seit Jahrhunderten liefert er nicht nur den Tieren Nahrung, sondern auch leckere Marmelade, Gelee und Sirup. Er gilt als starke Heilpflanze.

In England und in Dänemark vermied man es einen Holunder zu fällen, da man glaubte, dass in seinem Stamm die Holunder-Mutter wohnt. Die Germanen sahen den Holunder als Wohnsitz der Göttin Freya, die schützend und wohlwollend über Haus und Hof wachte. Und noch heute kennt man in Deutschland das Märchen Frau Holle von den Gebrüdern Grimm: Der Holunder ist der heilige Baum von Frau Holle, der germanischen Muttergöttin. Ebenso wie die Göttin Freya wird ihr eine Verbindung zu Wasser und zu Quellen nachgesagt – der Weg zu Ihr führt im Märchen durch einen Brunnen – somit lässt sich auch erklären warum sich der Holunder so häufig an heiligen Orten finden läßt…..

Quelle: über Bäume / der Holunder

 

 

Vom meinem weißen Holunder habe ich in diesem Jahr sogar nur 13 Dolden gepflückt, nicht nur, weil ich genug für meine Elfen überlassen wollte….. sondern um die neuen Bewohner nicht allzu sehr zu stören.

Neue Bewohner? Oh ja, eine 3er WG hat sich hier ein Nest gebaut. Ehrlich, tagelang hat ich frühmorgens schon 2 hübsche, schwarze Kerlchen beobachten können, die um die Gunst ihrer Herzdame buhlten. Sie sind erhört worden, offensichtlich alle Beide.

Seit ein paar Tagen beobachte ich das jetzt, weil es eigentlich, nicht sein kann, ist aber doch so. Die Amsel Mama sitzt meist im Nest und ZWEI Amsel Herren fliegen mit Würmchen im Schnabel zu ihr. Es herrscht eine laute Kommunikation zwischen den Dreien. Einer der Beiden scheint eine Ausbildung zum Bodygard absolviert haben, denn gestern früh hat er erfolgreich Nachbars Katze verscheucht. Der ist wirklich mutig, oder übermütig, wild auf einen Angriffsflug gegen die Katze geflogen. Ob diese alte Dame (sie soll immerhin schon über 15 auf dem Katzenbuckel haben) nun durch den mutigen Amselmann oder durch mein vorausgegangenes Geschimpfe geflüchtet ist, ist unwichtig. 

Es ist einfach zu schön zu beobachten, was hier rund um den Hollerbusch so passiert. Manchmal wünschte ich mir, ich könnt ordentliche Videos machen, um Euch das zu zeigen.

 

Aber nun zu den Rezepten:

Klassisches Holunderblütesirup Rezept:

10-15 Dolden ohne Stiel,   ordentlich ausschütteln mit Scheiben von 

2 Zitronen und 

60 gr Zitronensäure in eine große Schüssel legen.

2 kg Zucker in 

2 Liter Wasser aufkochen, abkühlen lassen und anschließend die Holunderbüten damit übergießen. 3-5 Tage an einem kühlen Ort ziehen lassen. Abseihen und in Flaschen abfüllen. Soll im Kühlschrank dann ca. 14 Tage halten…

…Pffff 14 Tage….. das ist mir zu kurz. Und außerdem mir persönlich viel zu viel Zucker. Deswegen hier meine Art für Holundersirup mit und ohne (Haushalts)-Zucker:

Holundersaft Holunderblütensirup  Holundergelee

Burgherrins Hollersirup für Gäste:

13 Dolden am frühen Morgen, nach einem kurzen Plausch mit den Elfen im Garten gepflückt, vorsichtig von kleinen Krabbeltieren befreit in eine Schüssel  legen (da krabbeln dann auch die letzten Tierchen hervor).

1,5 Liter Wasser mit

400 gr (Haushalts-) Zucker

400 gr Kokosblütenzucker aufkochen. Währenddessen 

2 Zitronen in Scheiben schneiden, von 

1 Zitrone die Zesten abhobeln und den Saft auspressen.

Sehr vorsichtig, so gut wie alle, grünen Stiele entfernen und nur die feinen kleinen Blüten in eine frische Schüssel geben.  

Zitronen, Zitronenzesten und den -saft oben drauf und etwa 

6 gr Zitronensäure (aus dem Backregal oder der Apotheke! Bitte kauft dafür nicht die Zitronensäure, die es im Drogeriemarkt in der Putzabteilung gibt…..) dazu geben. 

Mit dem abgekühlten Zuckerwasser übergießen und verschlossen für 3 Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Wenn Ihr dann den Deckel öffnet , strömt Euch schon ein sehr intensives Aroma entgegen. Herrlich, sage ich Euch. 

Das ganze nun durch ein feines Passiertuch abgießen, den Saft in einer sauberen Schüssel auffangen. 

Wer kein Passiertuch daheim hat, es klappt auch wunderbar mit Stoff-/Mullwindeln oder Leinentüchern. Oder wenn alles grad nicht greifbar ist: ein (zu klein gewordenes) weißes Kinder T-Shirt {klappt super}. Wichtig ist nur, das es sauber gewaschen, ggf. ausgekocht wurde.

 

Den so gewonnenen Holundersaft nun nochmals, ganz kurz, aufkochen, ggf. noch etwas Zucker hinzufügen und in sterilisierte Flaschen abfüllen.

Oder mit der entsprechenden Menge Gelierzucker (3:1) gleich zu einem Gläschen 

Holunder Gelee 

verarbeiten: dazu einfach 

400 ml Holundersaft mit ca.

150 gr Gelierzucker (3:1) aufkochen. Sofort in ein heiß ausgespültes Glas mit Schraubdeckel füllen und gut verschließen. Perfekt geeignet für Tortenfüllungen und hält sich (ungeöffnet) nach meiner Erfahrung bis zum Herbst.

 

Holunderblütensirup mit Birkenzucker (Erytrith)

Holundersirup mit Mineralwasser, ein erfrischendes Sommergetränk. Mit Prosecco statt Mineralwasser, etwas Minze und Limette – ein leckerer Cocktail…

Burgherrins Hollersirup für den Eigenbedarf 

Bevor die Sonne am Morgen die Blüten erwärmt, ganz schnell mit den netten Nachbarn (oder Kindern) die Wald & Feldwege (fernab von Straßen) besuchen. Wir haben das Glück, auf einem altem Hof zu wohnen, der von Feldern umgeben und an einen Wald grenzt. Hier stehen uralte große Eichen und unendliche viele (bestimmt ebenso alte) Holunderbüsche. Und so hab ich grad noch ein Schüssel angesetzt. Alles wie im obrigen Rezept — mit Ausnahme des Zuckers! Der Zucker wird durch Birkenzucker (Erythrit) ersetzt.

Damit wir die Elfen unterm Holunder nicht verärgern, bedanken wir uns für die gepflückten Blüten, also meine Nachbarin und ich machen das. Das ihr Ehemann uns nur belächelt hat, brauch ich nicht extra erwähnen ….? (Männer eben, pfffff keine Ahnung von Natur und so). 

Da ich aber aus guter Quelle sogar weiß, das Elfen glitzernde Steine und buntes Glas mögen, hab ich in meinem Holunderbaum im Burggarten eine rosa Glasflasche mit Muscheln aufgehängt und unterm Hollerbaum eine hübsche Glaskugel und ein paar glitzernde Steine versteckt.

Hollerbusch im April

 

 

Weiteres Wissenswertes zu Holunder Geschichten und Mythen: 

Der Name des Holunders, des Hollerbuschs, ist eng mit dem der Frau Holle (auch Holda, Hold, Holl, Hulle, Hulda, Frau Bercht, Frau Percht, in englischen Mythen Hella, skandinavisch Huldra, altnordisch Hlodyn als Beiname der Erde und Mutter von Thor usw.) verwoben, der er geweiht ist.

Frau Holle, oft als eine weise alte Frau mit langen Zähnen beschrieben, manchmal auch als Jungfrau, geht auf einen noch älteren Mythos zurück, der die Große Göttin, die Mutter Erde, die weibliche Kraft in all ihren unterschiedlichen Aspekten symbolisiert. Sie hieß auch Mutter Elder, Mutter Holunder.

Ihr Reich war das unterirdische Lichtreich der toten Seelen und der ungeborenen Seelen. In ihrem Kessel rührte sie kräftig, bevor sie die Seelen wieder als Kinder auf die Weltließ.

Sie hat also auch die wandelnde Kraft einer indischen Kali oder Durga und repräsentiert auch die wilde, unberührte Naturmit ihren wilden Tieren (Diana). Als solche erscheint sie auch als Herrin der Unterwelt und der “Hexen” (Schamaninnen, Heilerinnen) und Geister (Hekate) und als Wettergöttin.

Frau “Holda” ist auch die Schutzgöttin der Landwirtschaft und die Schutzgöttin weiblicher Handwerkskünste, insbesondere des Spinnens und Webens (die Goldmarie im Märchen von der Frau Holle hat ihre Spindel beim Spinnen verloren, bevor sie in den Brunnen springt).

Spinnen und Weben waren magische Tätigkeiten und durften meist nur von weiblichen Gottheiten ausgeübt werden. Auch die Nornen sponnen den Faden der menschlichen Existenz; die wirkende weibliche Kraft hat hier auch ein Shakti-Gesicht. In den Holunder, den Hollerbusch, bannte der Schamane die Krankheiten, die am Wurzelwerk entlang in den Kessel der Frau Holle rutschten und dort zerkocht wurden (siehe Video von Wolf-Dieter Storl). Der Holunder zieht alle schlechten und giftigen Energien an; er befreit die Menschen von ihren Leiden. Lappen, die auf eitrigen Wunden und Beulen gelegen hatten, wurden direkt in den Holunder gebunden. Nach Storl schützten sich englische Leichenbestatter vor unguten Geistern der Toten mit einem Stab aus Holunder. 

QUELLE: http://wiki.yoga-vidya.de/Holunder

 

alles zur Verarbeitung der Holunderbeeren erzähle ich Euch dann im Herbst.

 

herzlichst Eure

Burgherrins

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