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Holunderblütensirup Rezepte und ein Blick zu den Gartenelfen

7. Juni 2018

Holunderblütensirup

allerlei Wissenswertes und Rezepte … 

Wusstet Ihr, das unter dem Hollerstrauch die Elfen wohnen? 

Deswegen darf man auch im Frühjahr nicht einfach alle Dolden abrupfen, sondern sollte genug stehen lassen, das sich im Herbst auch die Früchte ausbilden können. In meinem Zaubergarten stehen 2 Holunderpflanzen. Die klassische Weiße hatte letztes  Jahr schon sehr viele tolle  und die kleine Rosafarbene hatte fünf Dolden. Die rosa Dolden dürfen alle wachsen und von meinen Elfen vernascht werden, ich erfreute mich ja schon an dem hübschen rosa Anblick. 

 

Schon die Römer, Griechen und Germanen glaubten an die Heilkraft des Holunder,  es galt als ein gutes Zeichen, ihn nah am Zuhause zu pflanzen. Wer in der Mittsommernacht unter einem Hollerbusch sitzt,  der sieht um Mitternacht den Elfenkönig mit all seinem Gefolge, erzählt man sich in Dänemark.

Kaum einer anderen Pflanze kommt so viel Achtung und Respekt in der Mythologie zu. So wird dem Holunder eine starke Beziehung zur Welt der Elfen und Naturwesen nachgesagt. Sogar bei Harry Potter treffen wir auf ihn, in Form des mächtigen Elderstabes – denn hinter Elder verbirgt sich das englische Wort für Holunder. Und er ist wahrlich zauberhaft in seinem Blütenkleid als auch mit dunklen Beeren behangen. Seit Jahrhunderten liefert er nicht nur den Tieren Nahrung, sondern auch leckere Marmelade, Gelee und Sirup. Er gilt als starke Heilpflanze.

In England und in Dänemark vermied man es einen Holunder zu fällen, da man glaubte, dass in seinem Stamm die Holunder-Mutter wohnt. Die Germanen sahen den Holunder als Wohnsitz der Göttin Freya, die schützend und wohlwollend über Haus und Hof wachte. Und noch heute kennt man in Deutschland das Märchen Frau Holle von den Gebrüdern Grimm: Der Holunder ist der heilige Baum von Frau Holle, der germanischen Muttergöttin. Ebenso wie die Göttin Freya wird ihr eine Verbindung zu Wasser und zu Quellen nachgesagt – der Weg zu Ihr führt im Märchen durch einen Brunnen – somit lässt sich auch erklären warum sich der Holunder so häufig an heiligen Orten finden läßt…..

Quelle: über Bäume / der Holunder

 

 

Vom meinem weißen Holunder habe ich in diesem Jahr sogar nur 13 Dolden gepflückt, nicht nur, weil ich genug für meine Elfen überlassen wollte….. sondern um die neuen Bewohner nicht allzu sehr zu stören.

Neue Bewohner? Oh ja, eine 3er WG hat sich hier ein Nest gebaut. Ehrlich, tagelang hat ich frühmorgens schon 2 hübsche, schwarze Kerlchen beobachten können, die um die Gunst ihrer Herzdame buhlten. Sie sind erhört worden, offensichtlich alle Beide.

Seit ein paar Tagen beobachte ich das jetzt, weil es eigentlich, nicht sein kann, ist aber doch so. Die Amsel Mama sitzt meist im Nest und ZWEI Amsel Herren fliegen mit Würmchen im Schnabel zu ihr. Es herrscht eine laute Kommunikation zwischen den Dreien. Einer der Beiden scheint eine Ausbildung zum Bodygard absolviert haben, denn gestern früh hat er erfolgreich Nachbars Katze verscheucht. Der ist wirklich mutig, oder übermütig, wild auf einen Angriffsflug gegen die Katze geflogen. Ob diese alte Dame (sie soll immerhin schon über 15 auf dem Katzenbuckel haben) nun durch den mutigen Amselmann oder durch mein vorausgegangenes Geschimpfe geflüchtet ist, ist unwichtig. 

Es ist einfach zu schön zu beobachten, was hier rund um den Hollerbusch so passiert. Manchmal wünschte ich mir, ich könnt ordentliche Videos machen, um Euch das zu zeigen.

 

Aber nun zu den Rezepten:

Klassisches Holunderblütesirup Rezept:

10-15 Dolden ohne Stiel,   ordentlich ausschütteln mit Scheiben von 

2 Zitronen und 

60 gr Zitronensäure in eine große Schüssel legen.

2 kg Zucker in 

2 Liter Wasser aufkochen, abkühlen lassen und anschließend die Holunderbüten damit übergießen. 3-5 Tage an einem kühlen Ort ziehen lassen. Abseihen und in Flaschen abfüllen. Soll im Kühlschrank dann ca. 14 Tage halten…

…Pffff 14 Tage….. das ist mir zu kurz. Und außerdem mir persönlich viel zu viel Zucker. Deswegen hier meine Art für Holundersirup mit und ohne (Haushalts)-Zucker:

Holundersaft Holunderblütensirup  Holundergelee

Burgherrins Hollersirup für Gäste:

13 Dolden am frühen Morgen, nach einem kurzen Plausch mit den Elfen im Garten gepflückt, vorsichtig von kleinen Krabbeltieren befreit in eine Schüssel  legen (da krabbeln dann auch die letzten Tierchen hervor).

1,5 Liter Wasser mit

400 gr (Haushalts-) Zucker

400 gr Kokosblütenzucker aufkochen. Währenddessen 

2 Zitronen in Scheiben schneiden, von 

1 Zitrone die Zesten abhobeln und den Saft auspressen.

Sehr vorsichtig, so gut wie alle, grünen Stiele entfernen und nur die feinen kleinen Blüten in eine frische Schüssel geben.  

Zitronen, Zitronenzesten und den -saft oben drauf und etwa 

6 gr Zitronensäure (aus dem Backregal oder der Apotheke! Bitte kauft dafür nicht die Zitronensäure, die es im Drogeriemarkt in der Putzabteilung gibt…..) dazu geben. 

Mit dem abgekühlten Zuckerwasser übergießen und verschlossen für 3 Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Wenn Ihr dann den Deckel öffnet , strömt Euch schon ein sehr intensives Aroma entgegen. Herrlich, sage ich Euch. 

Das ganze nun durch ein feines Passiertuch abgießen, den Saft in einer sauberen Schüssel auffangen. 

Wer kein Passiertuch daheim hat, es klappt auch wunderbar mit Stoff-/Mullwindeln oder Leinentüchern. Oder wenn alles grad nicht greifbar ist: ein (zu klein gewordenes) weißes Kinder T-Shirt {klappt super}. Wichtig ist nur, das es sauber gewaschen, ggf. ausgekocht wurde.

 

Den so gewonnenen Holundersaft nun nochmals, ganz kurz, aufkochen, ggf. noch etwas Zucker hinzufügen und in sterilisierte Flaschen abfüllen.

Oder mit der entsprechenden Menge Gelierzucker (3:1) gleich zu einem Gläschen 

Holunder Gelee 

verarbeiten: dazu einfach 

400 ml Holundersaft mit ca.

150 gr Gelierzucker (3:1) aufkochen. Sofort in ein heiß ausgespültes Glas mit Schraubdeckel füllen und gut verschließen. Perfekt geeignet für Tortenfüllungen und hält sich (ungeöffnet) nach meiner Erfahrung bis zum Herbst.

 

Holunderblütensirup mit Birkenzucker (Erytrith)

Holundersirup mit Mineralwasser, ein erfrischendes Sommergetränk. Mit Prosecco statt Mineralwasser, etwas Minze und Limette – ein leckerer Cocktail…

Burgherrins Hollersirup für den Eigenbedarf 

Bevor die Sonne am Morgen die Blüten erwärmt, ganz schnell mit den netten Nachbarn (oder Kindern) die Wald & Feldwege (fernab von Straßen) besuchen. Wir haben das Glück, auf einem altem Hof zu wohnen, der von Feldern umgeben und an einen Wald grenzt. Hier stehen uralte große Eichen und unendliche viele (bestimmt ebenso alte) Holunderbüsche. Und so hab ich grad noch ein Schüssel angesetzt. Alles wie im obrigen Rezept — mit Ausnahme des Zuckers! Der Zucker wird durch Birkenzucker (Erythrit) ersetzt.

Damit wir die Elfen unterm Holunder nicht verärgern, bedanken wir uns für die gepflückten Blüten, also meine Nachbarin und ich machen das. Das ihr Ehemann uns nur belächelt hat, brauch ich nicht extra erwähnen ….? (Männer eben, pfffff keine Ahnung von Natur und so). 

Da ich aber aus guter Quelle sogar weiß, das Elfen glitzernde Steine und buntes Glas mögen, hab ich in meinem Holunderbaum im Burggarten eine rosa Glasflasche mit Muscheln aufgehängt und unterm Hollerbaum eine hübsche Glaskugel und ein paar glitzernde Steine versteckt.

Hollerbusch im April

 

 

Weiteres Wissenswertes zu Holunder Geschichten und Mythen: 

Der Name des Holunders, des Hollerbuschs, ist eng mit dem der Frau Holle (auch Holda, Hold, Holl, Hulle, Hulda, Frau Bercht, Frau Percht, in englischen Mythen Hella, skandinavisch Huldra, altnordisch Hlodyn als Beiname der Erde und Mutter von Thor usw.) verwoben, der er geweiht ist.

Frau Holle, oft als eine weise alte Frau mit langen Zähnen beschrieben, manchmal auch als Jungfrau, geht auf einen noch älteren Mythos zurück, der die Große Göttin, die Mutter Erde, die weibliche Kraft in all ihren unterschiedlichen Aspekten symbolisiert. Sie hieß auch Mutter Elder, Mutter Holunder.

Ihr Reich war das unterirdische Lichtreich der toten Seelen und der ungeborenen Seelen. In ihrem Kessel rührte sie kräftig, bevor sie die Seelen wieder als Kinder auf die Weltließ.

Sie hat also auch die wandelnde Kraft einer indischen Kali oder Durga und repräsentiert auch die wilde, unberührte Naturmit ihren wilden Tieren (Diana). Als solche erscheint sie auch als Herrin der Unterwelt und der “Hexen” (Schamaninnen, Heilerinnen) und Geister (Hekate) und als Wettergöttin.

Frau “Holda” ist auch die Schutzgöttin der Landwirtschaft und die Schutzgöttin weiblicher Handwerkskünste, insbesondere des Spinnens und Webens (die Goldmarie im Märchen von der Frau Holle hat ihre Spindel beim Spinnen verloren, bevor sie in den Brunnen springt).

Spinnen und Weben waren magische Tätigkeiten und durften meist nur von weiblichen Gottheiten ausgeübt werden. Auch die Nornen sponnen den Faden der menschlichen Existenz; die wirkende weibliche Kraft hat hier auch ein Shakti-Gesicht. In den Holunder, den Hollerbusch, bannte der Schamane die Krankheiten, die am Wurzelwerk entlang in den Kessel der Frau Holle rutschten und dort zerkocht wurden (siehe Video von Wolf-Dieter Storl). Der Holunder zieht alle schlechten und giftigen Energien an; er befreit die Menschen von ihren Leiden. Lappen, die auf eitrigen Wunden und Beulen gelegen hatten, wurden direkt in den Holunder gebunden. Nach Storl schützten sich englische Leichenbestatter vor unguten Geistern der Toten mit einem Stab aus Holunder. 

QUELLE: http://wiki.yoga-vidya.de/Holunder

 

alles zur Verarbeitung der Holunderbeeren erzähle ich Euch dann im Herbst.

 

herzlichst Eure

Burgherrins

Allgemein Rezepte Süßes

Malzbier Kuchen

18. Mai 2018

kein Guinness Kuchen

Als Irlandfan habe ich vor vielen Jahren mal die Guinness Brauerei besichtigen können  und natürlich auch das schwarze Bier verkosten dürfen. Da ich nun mal kein (echter) Biertrinker bin, war das nicht so ganz meins….. Dennoch möchte ich schon seit Ewigkeiten  mal einen Guinness Kuchen backen, allein weil die Farbe so toll aussieht. Jedoch habe ich im nahem Umfeld auch niemanden, der so ein richtiger Guinness Trinker ist. 

Allerdings warten wir seit Tagen auf ein Baby in der Nachbarschaft, tja  und da bekannterweise  Malzbier ja gut für Schwangere und stillende Mütter sei, hat mich die Flasche zur  Idee inspiriert:

Malzbier Kuchen 

200 ml Malzbier erwärmen 

200 gr Butter darin schmelzen. 

180 gr Zucker

 50 gr Backkakao 

100 gr Zartbitterschokolade (fein gehackt) 

1 Msp Vanille (Mark von ca. 1/2 Schote)      vermischen und nach und nach im Wechsel mit

 100 gr Skyr Yoghurt unterrühren.

 

300 gr Mehl

Prise Salz

1 TL Weinsteinbackpulver gut vermischen und unter die Masse rühren.

 

2 Eier sehr schaumig aufschlagen und  vorsichtig unter die Teigmasse heben. Teig in Backform geben und im

Backofen, vorgeheizt, 170 C für ca. 50 Minuten bei O/U Hitze backen. 

 

Frosting: Frischkäse Buttercreme 

200 gr gute Butter aufschlagen bis sich die Farbe aufhellt 

Abrieb und Saft 1/2 Zitrone tropfenweise dazu geben

1/2 Vanilleschote und 

150 gr fein gesiebten Puderzucker unterrühren lassen bis alles eine feine, homogene Masse ist.

 

1 Päckchen Frischkäse per Hand  mit einem Spatel unterheben. Bitte nicht mehr mit der Küchenmaschine/Mixer arbeiten, da die Creme sonst wieder flüssig wird. 

Nach dem auskühlen des Kuchens den Boden teilen und mit Frosting füllen und dekorieren. Etwas fein gehackte Zartbitter Schokolade auf dem Topping verteilen. 

Auch wenn mein Malzbier Kuchen nicht ganz sooo schön dunkel daherkommt, wie der Original Guinness Kuchen z.B. wie im Rezept von  herzelieb, ist er auf jeden Fall sehr lecker.

 

Schmeckt übrigens am Folgetag auch noch …

 

Man kann auch einfach den Kuchen nach dem auskühlen trennen, in 2-3 sehr dünne Böden schneiden,  einzeln einfrieren  und hat bei Bedarf eine wunderbare  Grundlage für eine schnelle  „No Bake“ Frischkäse Torte, falls sich überraschend Besuch ankündigt. 

 

 

Guten Appetit 

Allgemein

Wenn das Leben Dir Zitronen gibt…… Cake International Birmingham 2017

7. November 2017

 


Wenn Dir das Leben Zitronen gibt….

„When live gives you Lemons, make Lemonade“

sagte einst Virgina Wolff….

Nachdem ich im Sommer den Wasserschaden im Törtchenzimmer hatte, erreichte mich kurz darauf ein ganz liebes Mutmachpaket von Andrea Backschwestern . Neben lieben Worten befand sich auch Blütenpaste darin. An dieser Stelle, liebe Andrea, auch wenn Du das auf keinen Fall öffentlich wolltest: GANZ HERZLICHEN DANK ???? für Deine Motivation und das Päckchen!

Die Burgherrin ist eine Ruine…oder so ähnlich

Also mit der frischen Blütenpasten und einigen Resten meines Massa Ticino sowie den geretteten Farben, die sich Gottseidank in der Küche befanden, habe ich mich hingesetzt und etwas rumgebastelt, während die Trocknungsphase im Törtchenzimmer anlief.

Entstanden ist eine Burgruine, bei der ich neue Techniken für mich entwickelte und die mir schon ganz gut gefiel. Natürlich machte ich Bildchen davon und schickte sie Frau Steffi Tortentanz und Mrs. Dorie um deren Meinung zu hören. Beide waren, unabhängig von einander, der Meinung: cool, bring es mit nach Birmingham.

Nach genauerem Betrachten, musste ich mir jedoch eingestehen, das sie nicht soooo sauber gearbeitet war, wie es für einen Wettbewerb nötig sei. Und schon gar nicht für den weltgrößten, wichtigsten Wettbewerb der Welt, der Cake International Birmingham. Aber die neue Technik hat mir Spaß gemacht, ich meldete mich also zum Wettbewerb an und begann von vorne.

Burgruine 2 und 3 fingen an zu entstehen und immer neue Ideen (z.B. Burggraben, Bäume, Isomalt Bach, Beleuchtung usw.) kamen dazu.

Dann streikte erst mein Körper, kurz danach der Geist.

Birmingham???? Dies Jahr ohne mich!

Das ich sogar mein Ticket für DIE Oscar Nacht der Cake Art Szene, DEN Cake Masters Award verschenkte, hab ich hier schon erzählt. Auch davon das ich am Wochenende, 2 Wochen vor DEM Event in Frankfurt bei Ruth war. Sie mich bat, doch mit zu kommen. Allein wegen ihrem Exponat, wollte ich hin. Aber es war echt eine schwierige Entscheidung.

Am 18.10. buchte ich mir einen Flug und war davon schon gestresst. Unbekannte Airline, nur Handgepäck, ob und wie das allein mit Rolli klappt????? Die Burgruine würde ich definitiv nicht mitnehmen können….

Wenn der Garten Dir Zitronen schenkt…

Zur Entspannung setzte ich mich danach in den Garten. Dort stehen u.a. auch vier Zitronenbäume, zwei italienische, zwei spanische. Und mein kleines altes spanisches Bäumchen trug brav ihre Zwei Früchte. Wie jedes Jahr. Noch sind sie etwas grün, aber nebenbei sitzen schon die nächsten Blüten.

Inspiration aus dem Garten

Eine Hochzeitstorte mit Zitronen und Feigen will ich schon seit Jahren machen, gab nur nie den Anlass dazu.

Spontan suchte ich mir meinen Massa, etwas Modelierschokolade, Blütenpasten und passende Farben zusammen, setzte mich an meinen alten Holztisch und modelierte die erste kleine Zitrone.. und dann noch Eine und noch Eine und noch Eine und noch ein paar mehr.

Ein Cakeboard in Holzoptik war schnell eingedeckt. Und dann zu groß für den kleinen Tortenkarton. Die gute Ohlro Styropur Box war definitiv zu groß um als Handgepäck zu reisen. Also nochmal, Cakeboard in klein (20×20 cm) . Ist auch viel schöner geworden als das erste!

Original Zitrone links, rechts Zitrone aus Schokolade und Zucker

Probefotos gemacht , Probe gepackt , Macken entdeckt und nochmal Zitronen angefangen…. wenn ich schon eh nach Birmingham fliege, kann ich da auch was hinstellen. Schließlich hatte ich die Teilnahme ja gebucht und bezahlt. Immerhin günstiger als jetzt noch eine 3 Tages Eintrittskarte zusätzlich zu kaufen….. { *jaja, völlig unlogische Schlußfolgerung, aber mein Hirn spielt mir derzeit noch eigenartige Streiche….*}

Making of…

Probeshooting

 

Birmingham ich komme!

Donnerstagabend bin ich mit Rucksack und Bauchweh Richtung Hamburger Flughafen, mein Hirn zwischendurch immer wieder: „ Du bist doch bekloppt, das geht nicht gut, Dreh um. Ab zurück ins Bett…..“ Am Check In Schalter entdeckte ich dann Janine von Janines Cake Courture mit offensichtlich ZWEI Schaustücken. Kurzhand checkten wir zusammen ein, erklärten sie sei meine Begleitperson. Ihre Kartons auf meinem Schoß , Rucksack am Rolli zuckelten wir los, shoppten schnell noch etwas roségoldenes Blubberwasser und dann war auch der Handicaps Travel Service (vor dem ich mich immer an Flughäfen fürchte) gar nicht mehr schlimm. Janine genoß offensichtlich den extra Service und drehte ihre Instastories, während mir das Herz bis zum Halse schlug. Zwischendurch donnerte sie meinen Rucksack FAST mit der falschen Seite auf den Boden…..aber ich konnte/wollte doch nicht sagen: heeeey, Vorsicht, da ist mein Schaustück drin ….. also schluckte ich leise vor mich hin und hoffte, das alles heil blieb….

Wir genossen während des Fluges unseren kleinen rosegolden Champus und wurden etwas ausgeschimpft von der Flugbegleiterin, das sei verboten… die Flugzeit verging sehr schnell und mehr als überpünktlich landeten wir in Birmingham.

Ruth holte mich am Airport ab und war schon etwas genervt wegen dem Hotelzimmer. Sie hatte inzwischen den dritten! Raum bezogen. Das Chaos bei diesem Hotel, dieses Jahr ist aber eine andere, lange und teilweise echt ärgerliche Geschichte….

Nur soviel : behindertengerechtes Zimmer im 9 Stock, doppelte Belastung auf meiner Kreditkarte, obwohl ich vorab via Mail die Cashzahlung bestätigt, extra teure Pfund eingetauscht hatte und einiges mehr….

Aber egal! Ich war angekommen und packte schnell mein Kartönchen aus. Uuuppss, doch nicht perfekt verpackt. Schnell alle Zitronen wieder aufgeklebt, Blätter repariert, Zitronen – Füße unters Cakeboard gesetzt und hoffen, das bis zum nächsten Morgen alles fest sein würde.

Dann haben wir den Abend noch kurz mit viel Begrüßungen, Umarmungen und Wiedersehenfreudenquietschern in der Hotelhalle ausklingen lassen.

Freitag früh um 06:00 h erschien Anita mit ihrem Mr. Fancy Cakery der nicht nur sie (samt frisch operierter Hand), ihr Schaustück, Ruth‘s Schaustück heile bis hierher gefahren hatte, sondern sich auch bereit erklärte mein Schaustück abzugeben.

Peinlich. Heimlichkeit funktioniert auch mit perfekter Planung nicht!

Damit mich keiner bei der Abgabe sieht, ist der liebe Ralf mit meinem Ausweis und und meinen Zitronen zur Messe. Irgendwie war es mir doch peinlich, erst im April groß meinen Abschied von den Wettbewerben ————siehe hier ————zu erklären und dann doch nochmal mitzumachen…..

Also gedacht hatte ich, ich komm damit durch, nur die Handvoll Freunde die davon wussten, dann erfährt es  keiner. Die können ja schweigen.

Am Samstag wollte ich als alleraller erstes gucken was bei Ruth für ein Schild stand. Und ja, die Jury hatte richtig bewertet, sämtlich Feinarbeiten erkannt. Die handgemalten, handgeschnittenen kleinen Briefmarken, die hauchzarten Seiten die sich sogar noch umblättern lassen. Der handgeschriebene Brief……und und und . GOLD!!!!!! Die Emotionen flossen, ich heulte vor Freude und Ruths Emotionen mit zu erleben war diese Reise, jeden schwierigen Moment wert. Glücksmoment pur!!! Mein Highlight dieser Messe.

Alle anderen meiner Liebsten wurden auch reich mit Gold und Silber belohnt. Es sind wieder mal unfassbare , wundervolle Werke abgegeben worden.

Tja und bei mir stand auch ein Schild: Bronze. Roségold ? . Kurz überlegte ich, das Schild einfach vom Tisch zu nehmen, heimlich. Aber erstens ist das nicht erlaubt und zweitens glaubte ich, bei über 1.000 abgegebenen, wundervollen, einzigartigen Exponaten, liest doch niemand den Namen bei einem Bronzeschild………

 

Juryfeedback

Als ich dann aber später von den spanischen Cakeartisten die ersten Gratulationen bekam, bemerkte ich, das ich vielleicht doch nicht ganz heimlich davon kam. Das Juryfeedback war ziemlich klasse und gab das wieder, was mir Valentina schon kurz vorher gesagt hatte. In einer anderen Kategorie wäre es wohl mehr geworden. In dieser Klasse (N, kleines dekoratives Element) wünscht man sich in England „mehr“ Details. Also entweder noch mehr Zitronen oder ein Messer ect.pp.. nicht das ich noch reichlich an Zitronen gehabt hätte, aber mir gefiel es so minimalistisch viel besser. Meine Interpretation!

Das Cakeboard hat sehr gefallen, insbesondere die alte Holzstruktur und man sagte mir, ich hätte sehr sauber gearbeitet!

Sauber gearbeitet ! Ich ????

Das musste ich glatt 3x nachfragen und bat Mr. Ralf Fancy Cakery, der mich sicherheitshalber für Übersetzungen begleitete, ob die Jurydame das wirklich gesagt hat???? Ja, beide wiederholten es nochmal: sehr sauber gearbeitet.

Boah, da kam doch etwas wie Freude und stolz auf, denke ich ja immer, das ist mein größtes Manko. Die Blätter wurden etwas kritisiert, auf einem waren Pinselstriche zu sehen, ein Fehler, Mist, das hab ich nicht mehr gesehen. Die Farbgebung hätte die Jury gern anders gehabt, aber das ist Geschmacksache. Mir gefallen die so und die Blätter an meinen Bäumen sehen so unterschiedlich aus.

Die Zitronen selbst haben der Jury gefallen und mir auch. Obwohl…

…mir gefällt ja mein Zitronen Anschnitt am besten, da kann man hinein gucken und sieht die einzelnen Fruchtstücke.

Zusammenfassend ein sehr, sehr gutes Juryfeedback mit der Aufforderung im nächsten Jahr wiederzukommen und dann Silber zu bekommen. Daran will und werde ich jetzt aber weder denken noch planen. Jetzt ist erstmal wirklich Schluß! Zumindest als Teilnehmer.

Die Burgruine

Die Burgruine wird sicher kein Exponat. Aber schon ganz bald in allen Details zu sehen sein. Dazu aber in den nächsten Tagen mehr ( am Donnerstag kommt dafür eine Fotografin)….

Hier noch ein paar Bilder von den Zitronen und wenn Ihr alle Bilder von wirklich phantastischen Exponaten sehen wollt: findet Ihr auf der Seite der Cake International oder auf deren Facebook Seite.

If Live gives you Lemons,

 

make Lemonade. Or a Cake Exhibit.

 

Zurück ohne Zitronen

Da ich schon Sonntag Mittag zurückreiste, wollte ich meine Zitronen in Birmingham stehen lassen. Jetzt aber haben Anita und Ralf Fancy Cakery sie im Auto nach Frankfurt transportiert  und schicken sie mir irgendwann zu.

 

Manchmal werden Pläne kurzfristig geändert. Auch in schwierigen Zeiten gibt es kleine , feine Glücksmomente. Man muss sich nur trauen und hinschauen.

 

Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, mach Zitronenkuchen. Oder ein Wettbewerbstück.

In diesem Sinne:

 

herzliche Grüße

Eure Burgherrin

 

PS: nachdem es heute Nacht den ersten Frost gab, durfte das Zitronenbäumchen übrigens direkt in der Küche bleiben. Zum überwintern.